verspätet: die krili-Erklärung zur Nakba-Ausstellung

Veröffentlicht: November 22, 2011 in Allgemein
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HGPI eröffnet Ausstellung zur Nakba am 9. November
Implizite Gleichsetzung von NS und israelischer Politik

Die Hochschulgruppe für gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina (HGPI) eröffnet am 9. November in den Räumen der Evangelischen Studierendengemeinde eine Ausstellung zur Nakba, der sogenannten Vertreibung und Flucht der Palästinenser aus jenem Gebiet, das 1948 der Staat Israel wurde. Die Wahl dieses Datum ist geschichtsvergessen, beziehungsweise, wenn die Wahl des Datums bewusst getroffen wurde, geschichtsrevisionistisch. Der 9. November 1938 ist der Tag, an dem 1938 die deutsche Bevölkerung erstmals organisiert zur offenen Gewalt gegen Jüdinnen und Juden griff. Synagogen wurden angezündet, Jüdinnen und Juden geschlagen, verprügelt, ins KZ verschleppt und ihre Wohnungen geplündertund verwüstet. Dieser Tag gilt als Beginn der Vernichtungspolitik der Deutschen gegen die jüdische Bevölkerung.

Mit der Eröffnung der Wanderausstellung an diesem Tag wird die sogenannte Vertreibung der Palästinenser mit der Reichsprogromnacht und der Vernichtungspolitik parallelisiert. Die Tendenz ist klar: Die Mittel und Ziele der israelischen Politik werden mit jener der Nazis identifiziert. Nichts anderes bezweckt der Begriff „Nakba“, der auf Arabisch soviel wie Katastrophe bedeutet.
Nicht nur wegen des Eröffnungsdatums ist die Wanderausstellung problematisch. Sie wurde 2008 vom Verein „Flüchtlingskinder im Libanon e.V.“ konzipiert und tingelt seitdem durch Deutschland. In Düsseldorf und Freiburg untersagte die jeweilige Stadtverwaltung die Ausstellung in der Volkshochschule beziehungsweise der Stadtbibliothek. In einer Pressemitteilung bemängelte die Stadt Freiburg, dass die Darstellung der Gesschehnisse in der Ausstellung einseitig sei und die palästinensische Bevölkerung nur als Leidensobjekt und nicht als politischer Akteur vorkäme. So würden Pogrome an der jüdischen Bevölkerung vor der israelischen Staatsgründung verschwiegen.

Für die HGPI ist es nicht das erste Mal, dass sie durch einseitige Darstellungen negativ auffällt. Einerseits hat sie sich an einer Demo zum Gaza-Krieg 2009 beteiligt und die dort gefallenen antisemitischen Äußerungen –“Israel trinkt das Blut unserer Kinder“ – nicht problematisch gefunden. Andererseits hat die Gruppe Werbung für das „Palestinian Holocaust Museum“ gemacht, welches, ebenso wie die obige Ausstellung, israelisches Handeln mit Nazi-Politik gleichsetzt. Wegen dieser Geschehnisse ist ihr eine Förderung durch die studentische Vertretung der Uni Mainz, des AStA, bis auf weiteres versagt. Mit dieser Ausstellung zeigt sich die HGPI weiterhin aufklärungsresistent.

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