Freiraum-Debatte: Opposition widerspricht AStA

Veröffentlicht: September 3, 2012 in Allgemein

In einer gemeinsamen Erklärung distanzieren sich die Hochschulgruppen CampusGrün, kritische linke, SDS und Campus-Freibeuter von der Stellungnahme des AStA der Uni Mainz. Wir fordern von den Verantwortlichen bei RCDS und Jusos ihre kriminalisierende Haltung gegenüber den Engagierten abzulegen und sich statt dessen solidarisch zu erklären.

Wir, die Hochschulgruppen CampusGrün, kritische linke, SDS und Campus-Freibeuter an der Uni Mainz distanzieren uns hiermit ausdrücklich von der Stellungnahme des AStA der JGU zum eingeforderten Freiraum in der Oberen Austraße 7. Die Äußerungen der AStA-tragenden Verantwortlichen von RCDS und Jusos entsprechen bei weitem nicht der Meinung aller Studierenden an unserer Universität.

In Mainz fehlt es seit langem an Freiräumen, in denen alle Menschen, unabhängig von finanziellem Druck, die Möglichkeit haben gemeinsam Kultur zu entfalten. Ebenfalls seit langem, nämlich seit drei Jahren, stand das Haus in der Oberen Austraße 7 leer. Obwohl es sich im Besitz der Öffentlichen Hand befand, wurden die Anfragen von kulturell und politisch Engagierten konsequent zurück gewiesen und das Haus verfiel. Dass es nun lieber geräumt und abgerissen wird, als mit den Engagierten über ihre Ziele zu reden, stellt für uns ein beschämendes Versagen der politischen Verantwortlichen dar.

Es ist löblich, dass der schwarz-rote AStA einige Forderungen der Engagierten teilt. Dass er jedoch das Vorgehen für „nicht mit dem deutschen Gesetz vereinbar“ hält, weisen wir nachdrücklich zurück. Diese Sichtweise entspricht vielmehr der konservativen Grundeinstellung der Mehrheit der im AStA vertretenen Mitglieder von RCDS und Juso-HSG, als der tatsächlichen Sachlage. Ein seit Jahren leer stehendes und verfallendes Haus der Öffentlichen Hand zum Leben zu erwecken und in Stand zu setzen, entspricht nicht per se einem Hausfriedensbruch. Die politischen Verantwortlichen hätten durchaus die Möglichkeit gehabt, die Situation in einen geduldeten Zustand zu versetzen und mit den Engagierten vor Ort über deren Ziele und mögliche Lösungen zu reden. Statt dessen zog man es vor, die betroffenen Menschen mit den entsprechenden Rechtsmitteln zu überziehen und das Haus nun lieber abzureißen, als es den engagierten Menschen zur Verfügung zu stellen. Erst diese Illegalisierung hat die Eskalation verursacht und zu der absurden aktuellen Situation geführt.

Wir fordern daher alle Studierenden und den AStA als ihre politische Interessenvertretung auf, sich mit den Engagierten zu solidarisieren und ihnen ggf. bei nachfolgenden juristischen Auseinandersetzungen sowohl materiell als auch ideell beizustehen.

CampusGrün,
kritische linke,
SDS,
Campus-Freibeuter

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Solidarität mit der Oberen Austraße 7!

Veröffentlicht: August 20, 2012 in Allgemein

Wir freuen uns über die Hausbesetzung in der Oberen Austraße 7 in Mainz zur Schaffung eines soziokulturellen Zentrums. Unser aller alltägliches Leben ist geprägt von struktureller Ungleichheit. Ausgrenzung und Hierarchien, von Leistungsdruck, Konkurrenz und Konsumzwang, von Repression und Unfreiheit. Keine Gruppe von Menschen und kein Haus kann in dieser Gesellschaft tatsächlich ein „Freiraum“ von all diesen Dingen sein, aber dennoch – und gerade deshalb – sind Projekte wie dieses aus unserer Sicht unverzichtbar.

Räume, die die Möglichkeit zur theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit den herrschenden Verhältnissen bieten, in denen ein solidarischer Umgang gepflegt wird, die für kulturelle, politische und soziale Initiativen möglichst frei zugänglich sind und die sich selbst dabei immer wieder an ihren eigenen Zielen messen, müssen erkämpft und erhalten werden!

Wir hoffen, dass das Projekt seinen emanzipatorischen Ansprüchen gerecht werden kann und wünschen ihm für den Fall eine lange Zukunft & viel Entschlossenheit und Unterstützung, um sie sich zu nehmen!

Liebe Mitglieder des RCDS Mainz,
wir haben gehofft, dass wir ohne Nachfrage eine Stellungnahme von euch bekommen. Leider war dies bis heute nicht der Fall.
Wir würden gerne mit euch über den Phallus sprechen, der in der Nacht vom 2. auf den 3. April 2012 von Mitgliedern des RCDS Mainz auf die Tür zu unserem Hochschulgruppenkeller gesprayt wurde.
Wir halten diese Aktion – und das ist eine zurückhaltende Wortwahl – für ziemlich geschmacklos.
Es stellt sich uns dabei die Frage, wie ernst es dem RCDS mit seinem Engagement gegen Sexismus – so wie es zum Beispiel in der Präambel des aktuellen Koalitionsvertrages mit der Hochschulgruppe der Jungsozialist_Innen festgehalten wird – ist?
Wenn innerhalb der eigenen Gruppe einfach mal achselzuckend hingenommen wird, dass einzelne Mitglieder in einer solch widerwärtig sexistischen Art und Weise gegen andere Hochschulgruppen tätig werden, wenn sie, nebenbei bemerkt, auch noch Gewalt gegen Sachen verüben, was sonst laut RCDS ja „typisch extremistisch“ ist, wenn nach drei Monaten noch nicht einmal eine Entschuldigung bei uns angekommen ist, dann erlauben wir uns zu sagen, dass das wohl mehr als bezeichnend für diese Gruppe ist.
Nichtsdestotrotz würden wir euch gerne die Möglichkeit anbieten, die Wogen etwas zu glätten. Wir würden uns dabei drei Dinge von euch wünschen, die beiden ersteren am besten natürlich von den Verursachern (sic):
1. Eine schriftliche und persönliche Entschuldigung
2. Die zeitnahe Säuberung unserer Tür
3. Eine öffentliche Stellungnahme der gesamten Gruppe zu dieser Aktion
Eine schnelle Reaktion eurerseits wird ausdrücklich erwünscht.
Mit freundlichen Grüßen
kritische linke

Veranstaltungen im Juni

Veröffentlicht: Mai 23, 2012 in Allgemein

Zu folgenden Veranstaltungen im Juni wollen wir euch einladen:
(Hinweis zu Veranstaltungen im Haus Mainusch: Der Mietvertrag des Haus Mainusch wurden von der Uni gekündigt. Damit ist das Haus Mainusch akut bedroht und auf eure Unterstützung angewiesen!)

Samstag, den 02. und Sonntag, den 03.06.2012
kritische Buchmesse
im Philosophicum und im Haus Mainusch

Weitere Informationen und das Programm der Buchmesse der kritischen linken gibt es hier:
https://krili.wordpress.com/2012/04/18/kritische-buchmesse/ und http://www.facebook.com/events/396075037081169/

Dienstag, den 05.06.2012
Offenes Treffen der kritischen linken
20 Uhr, Haus Mainusch

am Mittwoch, den 06.06.2012, um 20 Uhr
Infoveranstaltung zum „war starts here“-Camp
im Haus Mainusch, Uni Campus Mainz

In der Altmark wird derzeit an Europas größtem Truppenübungsplatz für den Häuserkampf gebaut. Am 6. Juni läd die „war starts here“-Gruppe im Rahmen einer Mobitour zu einer Infoveranstaltung über das geplante Camp ein. Alle Interessierten können sich dort ein Bild davon machen. Zudem wird Raum für Diskussion und kritische Nachfragen gegeben.

veranstaltet vom „war starts here“-Camp (http://warstartsherecamp.org/)
http://www.facebook.com/events/270157969750201/

am Mittwoch, den 13.06.2012, um 18:30 Uhr
Konzert und Infoveranstaltung zur politischen Frauenarbeit in Kolumbien
im Haus Mainusch, Uni Campus Mainz

DIESE VERANSTALTUNG UND DER KOMPLETTE ABEND FALLEN LEIDER AUS! ES TUT UNS SEHR LEID!!!

am Freitag, den 29.06.2012, um 18 Uhr
Infoveranstaltung zur Geschichte und Struktur eines Inlandsgeheimdienstes
im Haus Mainusch, Uni Campus Mainz

Beim Inlandsgeheimdienst, der sich euphemistisch als „Verfassungsschutz“ tituliert, handelt es sich um eine der tragenden Säulen der bundesrepublikanischen Sicherheitsarchitektur, an deren
lückenlos-funktionaler Gebäudestruktur seit Jahrzehnten gearbeitet wird. Dieser föderal aufgebaute, auf Landesebene den jeweiligen Innenministerien angegliederte Nachrichtendienst, bei dem bis zuletzt offiziell nahezu 3.000 Personen beschäftigt waren, ist – unter alliierter Aufsicht – als antikommunistische Institution im November 1950 gegründet worden, um „Auskünfte über umstürzlerische, gegen die Bunderegierung gerichtete Tätigkeiten“ zu sammeln und an entsprechende Stellen weiterzuleiten. Obwohl im eigens hierfür erlassenen Bundesverfassungsschutzgesetz
(BVerfSchG) die Trennung geheimdienstlicher („nachrichtensammelnder“) und polizeilicher („exekutiver“) Tätigkeiten festgeschrieben wurde (zur Verhinderung der erneuten Herausbildung einer Geheimen Staatspolizei), tummelten sich gerade in den Anfangstagen der Etablierung dieser im Verborgenen agierenden Behörde viele ehemalige GeStaPo-Mitglieder bei den
Ämtern für „Verfassungsschutz“; in der Blockkonfrontation war es wichtig, den politischen Feind, der auch nach dem Zweiten Weltkrieg links zu verorten war und in Form der DDR direkt vor der Haustür stand, mit allen nachrichtendienstlichen Mitteln zu erfassen und letzten Endes zu zerschlagen.

Seither hat sich diese explizit antilinke Staatssicherheitsagentur zu einer selbständig operierenden politischen Akteurin entwickelt, die unter der konstruierten Prämisse, den Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu gewährleisten, im Extremfall Sprengstoffanschläge durchführt („Celler Loch“) oder die Existenz nazistischer Terrororganisationen absichert („NSU“).
Im Vortrag von Michael Dandl, Mitglied des Bundesvorstands der Antirepressionsorganisation Rote Hilfe e.V., wird es aber nicht nur um diese extremen, nichtsdestotrotz politisch gewollten „Entgleisungen“ gehen, sondern auch um alle Ebenen, die darunter anzusiedeln sind: vom alltäglichen Geschäft der geheimdienstlichen SammlerInnen und AuswerterInnen „antidemokratischer Bestrebungen“ über das Entsenden von MitarbeiterInnen des Innenministeriums zur Rekrutierung von Informant_innen aus der linken Szene bis hin zum gezielten Einsatz von „V-Personen“.
Ein Exkurs zur Geschichte des Inlandsgeheimdienstes wird den Vortrag einleiten.Im Anschluss an den Vortrag wird genug Zeit für Diskussionen und praxisnahe Einschätzungen bleiben.

krili Infostand beim OpenOhr

Veröffentlicht: Mai 23, 2012 in Allgemein

Beim diesjährigen OpenOhr wird auch die kritische linke mit einem Infostand vertreten sein. Wenn Du Lust hast uns kennenzulernen, Fragen, Anregungen oder Kritik hast, dann komm doch vorbei!

Im Rahmen der krili Campus Invasion fand unter anderem der Vortrag zur Kritik an Studentenverbindungen statt. Unter den Besucher_innen befanden sich auch Korporierte der Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz. In der anschließenden Diskussion wurde den Referent_innen von selbigen vorgeworfen, sich nicht gründlich genug mit den Unterschieden zwischen Burschenschaften und anderen Formen von Studentenverbindungen, konkret mit Sängerschaften auseinandergesetzt und daher „alle in einen Topf geworfen“ zu haben. Obwohl sich der Vortrag, wie auch mehrfach angekündigt explizit um Burschenschaften und deren Dachverbände drehen sollte und der Vorwurf daher unangemessen war, haben wir die Anregung angenommen und uns mit dieser Sängerschaft, ihrem Dachverband und deren historischem Hintergrund beschäftigt um wie schon in dem Vortrag erwähnte Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kritik am studentischen Verbindungswesen zu verdeutlichen.

Die Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz

Die Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz besteht seit 1822 und gilt damit als älteste Sängerschaft Deutschlands. Sie bezieht sich positiv auf die Anfänge des studentischen Korporationswesens, also auch auf das Wartburgfest 1817, dass in nationalen und antisemitischen Bücherverbrennungen gipfelte. Es handelt sich hierbei um eine Farben tragende Verbindung. Da es sich hier auch um eine musische, genauer singende Verbindung handelt, hat die Sängerschaft einen eigenen Chor, der seit 1967 gemischt auftritt und jährlich zwei Konzerte gibt, eines davon zum jährlichen Stiftungsfest.

Die Deutsche Sängerschaft

Die Sängerschaft ist auch Mitglied in der Deutschen Sängerschaft (DS), auch Weimarer CC genannt. Es besteht ein Freundschaftsabkommen mit dem Coburger Convent (CC), einem pflichtschlagenden Dachverband der Turner- und Landsmannschaften. Obwohl sich die Deutsche Sängerschaft als unpolitisch gibt veranstaltet sie jährlich den Studententag in Kooperation mit dem CC, der als politisches und kulturelles Bildungsprogramm verstanden wird. Zudem ist die DS Mitglied im Convent Deutscher Akademikerverbände(CDA), dem auch die Deutsche Burschenschaft(DB) angehört. Dabei ist gerade diese Zusammenarbeit mit dem Coburger Convent und der Deutschen Burschenschaft zutiefst problematisch, da gerade diese Verbände durch offen Rechte und menschenverachtende Positionen auffallen. So dienen der CC und auch die Deutsche Burschenschaft seit Jahren als Scharnier zwischen Konsvervatismus, Neuer Rechten und der Extremen Rechte.

Verbindende Elemente

Der Unterschied zu den Burschenschaften liegt hier also lediglich in der Schwerpunktsetzung des Singens. Die inneren Strukturen der Verbindung jedoch sind nahezu identisch mit denen der Burschenschaften. Es wird nach dem Convent-Prinzip entschieden und es werden Chargierte, also Amtsträger gewählt, es gibt Füchse, die eine Probezeit zu absolvieren haben, es kann bis zur Mensur gefochten werden, es werden Farben getragen und es handelt sich um einen reinen Männerbund.

Da wir dem Wunsche nachgegangen sind, uns genauer mit den Hintergründen der Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz zu beschäftigen, möchten wir nun nochmals schriftlich Stellung zu einigen Argumenten der anwesenden Mitglieder der Sängerschaft beziehen.

Wir wurden gefragt, was denn an Seilschaften schlimm sei, da dies doch lediglich eine gegenseitige Unterstützung darstelle. Hierzu lässt sich ganz klar sagen, dass das Prinzip der Seilschaften untrennbar mit der elitären Abschottung und dem Ausschluss anderer Menschen qua Geburt einhergeht, die nicht in das elitäre Idealbild der Verbindung passen und damit absolut ungerecht und diskriminierend wirkt. Unterstützung und Solidarität sind sehr wichtig, jedoch darf dabei nicht selektiert werden, wer diese verdient und wer nicht.

Ein weiterer Einwand von Seiten der Sängerschaft war, dass die Verbindungen ein Gemeinschaftsgefühl und einen Halt in der anonymen Masse der Studierenden gibt, was als Hilfestellung der Erstsemester als durchaus positiv zu bewerten sei.

Auch hierzu können wir nur erwidern, dass es nicht positiv zu bewerten sein kann, Mitglied einer Gemeinschaft zu sein, der nicht alle gleichermaßen angehören können. Automatisch werden zum Beispiel Frauen und Nicht-Studenten ausgeschlossen. Jede Form von rein männerbündischer Tradition impliziert automatisch einen Antifeminismus, was auch hier der Fall ist.

Auf diese Stellungnahme wurde das Gegenargument eingebracht, es würde auch in Sportvereinen nach Geschlechtern getrennt und sei daher ganz normal, rein männerbündische Vereinigungen zu betreiben.

Dieses Argument steht jedoch in keinerlei Verhältnis zu den Korporationen, da es sich bei selbigen um einen Lebensbund, der das gesamte universitäre, wie auch Privatleben der Burschen umfasst, handelt und nicht wie bei einem Sportverein nur einen kleinen Teil der Freizeitgestaltung. Zudem ist es Frauen nicht generell untersagt in männlichen Sportvereinen Mitglied zu werden. Wir möchten aber zudem klar machen, dass es diese sexistische Praxis im Sport durchaus auch zu kritisieren und problematisieren gilt, hier jedoch fehl am Platze ist, da von Lebensbünden gesprochen wird.

Der Vertreter der Sängerschaft hat versucht klar zu machen, dass die Chordamen, die als dritte Säule, neben den Aktivitas und Alten Herren verstanden werden, durchaus wichtig sind und Mitspracherecht besitzen. Dass diese Frauen in gewissen, den Chor betreffenden Angelegenheiten eine Stimme haben, soll hier nicht bezweifelt werden. Wir sehen jedoch trotzdem den entscheidenden Unterschied zwischen Burschen, die Vollmitglieder sind, in dem Verbindungshaus leben, alle Rechte innehaben und zudem auch die Möglichkeit haben Ämter zu übernehmen und auf der anderen Seite die Frauen, welche in einem kleinen Teilbereich des Verbindungslebens geduldet werden. Hier kann also keineswegs von Gleichheit und emanzipatorischem Umgang gesprochen werden. Der Antifeminismus, der in allen Studentenverbindungen zu finden ist, tritt also auch hier deutlich hervor.

Dem Argument, die Chordamen fühlten sich nicht diskriminiert und wollten keine Vollmitgliedschaft, kann nur entgegengehalten werden, dass es hier nicht um Einzelpersonen geht, sondern um eine Struktur, die von ihren Wurzeln an antifeministisch, diskriminierend und hierarchisch organisiert ist. Zudem ist es ein Trugschluss, wenn behauptet wird, Frauen könnten nicht antifeministisch sein, da jeder Mensch, dessen Denken auf diesen traditionellen, antiquierten Idealen der Urburschenschaft und der frühen Studentenbewegung basiert, diese auch unterstützt und propagiert; unabhängig vom Geschlecht.

Zum konkreten Thema der Burschenschaften und ihrer Beziehungen zu rechten Organisationen und Strukturen hieß es, wir hätten übertrieben und es gäbe sehr wenige Burschenschaften, denen dieser Vorwurf gemacht werden könne. Zu diesem Statement lässt sich nur sagen, dass dies eine gefährliche Verharmlosung der rechtsradikalen Burschenschaftlichen Gemeinschaft und ihrem ebenfalls rechten Dachverband der Deutschen Burschenschaft ist. Wir haben in unserem Vortrag eine Vielzahl an Beispielen angeführt, die klar belegen welche politische Haltung von der DB und insbesondere auch ihrer Mehrheitsverbände vertreten wird.

Diese Verharmlosung seitens der DS ist jedoch nachvollziehbar, wenn man sich die freundschaftliche Verbindung der DS und der DB ansieht.

Die Leipziger Universitätssängerschaft zu St. Pauli in Mainz hat sich durch ihre Aussagen zwar klar von Neonazis distanziert, jedoch zeigt ein Blick auf die Homepage, dass dies wohl nur halbherzig stattfindet. Durch den Dachverband DS und dessen Beziehungen zur DB und zum CC wird offensichtlich, dass Verbindungen zur rechten Verbindungsszene durchaus bestehen. Außerdem reicht es, unserer Meinung nach vollkommen aus, sich in die antiquierten Traditionen der urburschenschaftlichen Bewegung einzureihen, um als reaktionär, antifeministisch, national und elitär zu gelten. Wir sprechen ihnen daher ihren vermeintlichen Liberalismus und emanzipatorischen Gehalt ab und fordern nach wie vor:

Verbindungen auflösen!

 

 

 

Kurz vor der krili Campus Invasion wollen wir schon einmal auf die Wahlen zum 63. Studierendenparlament aufmerksam machen:

Vom 22. – 25. Mai wählen die Studierenden der Uni Mainz das Studierendenparlament und auch dieses Jahr tritt die kritische linke mit einer eigenen Liste wieder an. Wir würden uns freuen, wenn ihr für unsere Liste noch ein bisschen Werbung macht.

Hier einige gute Gründe die kritische linke zu wählen:

unser Flyer zur Stupawahl

unsere Seiten für die Wahlzeitung

Asta- News

Veröffentlicht: April 26, 2012 in Allgemein

der asta hat in der gestrigen stupa-sitzung bewiesen, dass er absolut unfähig ist, die gelder der vs vernünftig zu verwalten.
für eine diskussionsrunde mit dem titel „rechtsextremismus legitimiert- finanziert der deutsche staat rechte gesinnung? wird der moderatorin anja novak ein honorar von 1000euro bezahlt. diese verschwendung von geldern der studis wurde dadurch gerechtfertigt, dass durch die anwesenheit der prominenten moderatorin mehr teilnehmer_innen zu erwarten seien.
zusätzlich besitzt sie keinerlei kompetenzen bezüglich der thematik und „arbeitet sich gerade ein“ laut asta.

hier der link zur homepage dieser prominenten moderatorin: http://www.anja-novak.com/#-p%282%29 ( viel spaß…)

Kritische Buchmesse

Veröffentlicht: April 18, 2012 in Allgemein

Das Programm der Buchmesse:

Sa, 2.Juni 2012
12 Uhr BuchvorstellungGeorg Lukács und die Ohnmacht der Arbeiterklasse Markus Bitterolf

Daß “die Weltrevolution um die Ecke ist”, wie sich Leo Löwenthal einmal ausdrückte, war nicht nur für viele Linke in den Jahren nach der Oktoberrevolution gewiß. So auch für Georg Lukács. Warum sich allerdings das “Tempo der Entwicklung der Revolution” verlangsamt hatte und wie diese Einsicht mit der “Erkenntnis von Gesellschaft und Geschichte” zusammenhing, diese Frage wollte Lukács beantworten. Vor dem Hintergrund von Krieg, Krise und Revolution schrieb er acht Aufsätze, die damals einen der radikalsten Versuche bedeuteten, das Revolutionäre an Marx durch Weiterführung der Hegelschen Dialektik wieder aktuell zu machen. Als sie 1923 unter dem Titel Geschichte und Klassenbewußtsein erschienen, war zunächst kaum abzusehen, welche Bedeutung diesem Buch vergönnt sein sollte. Der wichtigste Essay über Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats orientierte sich an Marx’ Kritik des Fetischcharakters der Ware und wollte gleichzeitig begründen, warum das Proletariat sich als revolutionäres Subjekt konstituieren müsse. Dem Materialismus, wie ihn Max Horkheimer bestimmte, blieb es überlassen zu fragen, wie die Aktualität der Revolution mit der Erfahrung ihres Scheiterns zusammenhing, wie die Entwicklung in der Sowjetunion zu beurteilen sei und warum sich das Proletariat nicht als das Subjekt-Objekt der Geschichte konstituieren wollte, wie es Lukács’ Theorie darlegte.

14 Uhr Lesung: “Leben oder Staudamm“ Ulrike Bürger, Shankar Narayanan
Mehr als 80 Millionen Menschen sind in den letzten fünf Jahrzehnten weltweit durch den Bau großer Staudämme zwangsumgesiedelt worden. Für die indigenen Bevölkerungen sind die Folgen besonders verheerend. Sie werden von ihrem Land vertrieben und ihre traditionelle Lebensweise wird zerstört. Sie müssen dafür kämpfen, völlig unzureichende Landkompensationen oder Entschädigungen zu erhalten. Häufig landen sie in den Slums der Großstädte. Der Widerstand gegen Staudämme braucht unsere Solidarität, denn die Planungen für weitere industrielle Großprojekte im Namen einer fragwürdigen Entwicklungsideologie sind ungebrochen. Am Beispiel der Bewegung zur Rettung der Narmada (NBA), einer der wichtigsten ökologischen Widerstandsbewegungen der letzten Jahrzehnte in Indien, zeigt das Buch, wie der globale Kapitalismus Kämpfe um das Wasser, die Energiegewinnung und industrielle Großmachtambitionen verursacht. Der Widerstand der Menschen an der Narmada gegen die brutalen und manipulativen Repressionsstrategien von Staat und Konzernen ist ein Beispiel für den notwendigen Versuch, die Vielfältigkeit von Lebensweisen gegenüber der sich ausbreitenden Monokultur der Industriegesellschaft zu bewahren.

16 Uhr Vortrag: Frauenfrage in der radikalen Linken. Andrea Trumann
Dass Frauen selbst in linken Gruppen nicht gleichberechtigt sind, ist immer wieder Anlass für Ärger und Auseinandersetzungen auf Plena, sorgt in schöner Regelmäßigkeit für Sexismus-Debatten und führt auch immer wieder zu Spaltungen. Hin und wieder fragen sich die Gruppen auch, warum der Männeranteil bei ihnen so viel größer ist. Die Liste mit Vorwürfen ist lang: Gruppen und Veranstaltungen werden von Männern dominiert. Als anerkannte politische Arbeit zählen nur männliche Tätigkeiten, wie das Schreiben theoretischer Texte oder die Organisation einer militanten Antifa-Demo. Immer wieder kommt es sogar zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs oder der Vergewaltigung. Doch nicht nur in der Praxis, sondern auch in den Theorien der radikalen Linken wird das Geschlechterverhältnis oft ausgeblendet oder erscheint nur als Nebenwiderspruch. Auf der Veranstaltung soll zum einen gezeigt werden auf welchen Ebenen Frauen ausgegrenzt werden, aber auch auf welche Probleme die feministischen Gegenstrategien stoßen und warum der Begriff des Sexismus für eine Kritik am Geschlechterverhältnis nur bedingt tauglich ist.

18 Uhr Lesung: „ Kaltland“ Manja Präkels, Markus Liske, Karsten Krampitz
Die massiven Angriffe auf die Asylbewerberheime in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, haben sich als Horrorszenarien eines neuen Rassismus nach der Wende in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Die Bilder von jubelnden Menschenmassen vor brennenden Häusern, untätigen Polizist_innen und Würstchenbuden für die Zuschauenden gingen um die Welt. Umso bemerkenswerter ist es, dass in den zahllosen Wende-Romanen, die seither erschienen sind, weder die Opfer eine Stimme erhalten noch die Täter_innen eine Rolle spielen. Und schon gar nicht wird die Frage nach den Folgen gestellt.
20 Jahre danach füllt »Kaltland« diese Leerstelle mit Erzählungen und autobiografischen Geschichten.

ab 21 Uhr Soli-Party im Haus Mainusch mit Dj Skaot

So, 3. Juni 2012
12 Uhr Lesung: „ Antifa.“ Mirja Keller, Moritz Krawinkel, Lena Kögler, Jan Schlemmermeyer
In dem Buch, «Antifa – Geschichte und Organisierung», verfolgen die Autor_innen die Vorläufer, Theorien und Praktiken der linksradikalen Antifaschist_innen und erläutern konkret die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gegenwärtigen Ausprägungen, wie Antideutsche, Antinationale oder Bewegungslinke.
Den Leser_innen bietet sich mit diesem Buch die Möglichkeit, Erkenntnisse über bereits erarbeitete und verworfene Theorien sowie Erfolge und Niederlagen der Praxis zu sammeln, was gerade für die moderne, sich im stetigen Wandel befindliche, radikale Antifa von großer Bedeutung ist.
Das Buch hilft dabei, Wissen um die eigene Geschichte zu erlangen, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. Stattdessen können die Leser_innen die Entwicklung einer gesellschaftlich wirksamen, emanzipatorischen Bewegung vorantreiben.

14 Uhr Lesung: „ Zuflucht in einem fremden Land“ Sonja Wegner
Exil in Uruguay 1933-1945. Vortrag und Lesung zum Thema Flüchtlingspolitik in den 1930er Jahren und die Lehren für die heutige Zeit.
Uruguay, das kleinste Land Südamerikas (damalige Bevölkerung etwa 2,2 Mio.) hat in der Zeit von 1933-1943 etwa 10.000 deutschsprachige, überwiegend jüdische Flüchtlinge
aufgenommen, die größtenteils in der Hauptstadt Montevideo geblieben sind. Wie ist das Land damit umgegangen und welche klaren Lehren können wir daraus heute noch ziehen?

16 Uhr Lesung: „Im Namen des Flummiballs“ Christof Neubauer
Skurrile, ätzende, widerliche, menschenverachtende – kurz: Ganz normale Geschichten aus dem Gerichtsalltag.
Das Büchlein zeigt anhand etlicher kurzer Anekdoten, wie rücksichtslos Justiz bei der Abstrafung und Disziplinierung von Menschen vorgeht. Dabei gerät der Strafwahn mitunter deutlich ins Lächerliche, wird aber mit der arroganten Pose von Robe und Uniform durchgesetzt.

18 Uhr Buchpräsentation: „Antiziganistische Zustände 2.0“ Agnes Krol, Benedikt Wolf
Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse.
Historisch und bis heute haben antiziganistische Diskriminierungs- und Verfolgungsmaßnahmen, kulminierend in der nationalsozialistischen Massenvernichtung, zumeist verheerende Auswirkungen auf als ›Zigeuner‹ stigmatisierte Menschen gehabt. Ideologisch spielen antiziganistische Muster eine zentrale Rolle ebenso in völkischer Ideologie wie in bürgerlicher Identitätsbildung. Eine Kritik des Antiziganismus muss somit als notwendiger Bestandteil einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik angesehen werden.
Aus einer Perspektive der Kritik an der Mehrheitsgesellschaft versucht dieser Band bisherige Debatten fortzusetzen und dabei eine Verknüpfung von theoretischer Begriffsbildung, historischer Darstellung und empirischer Analyse zu leisten. Die Breite der Beiträge soll dabei als Stärke verstanden werden, die es ermöglicht, die Kritik des Antiziganismus zu schärfen und Ansatzpunkte für eine Intervention aufzuzeigen.

Ersti-Zeitung 2012

Veröffentlicht: April 9, 2012 in Allgemein

Hier ist unser neues Exemplar der krili Ersti-Zeitung.

Viel Spaß beim Lesen…..